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Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte |
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Forschung - Papstregesten
Am Beginn des Unternehmens Regesta Imperii steht der Frankfurter Stadtbibliothekar Johann Friedrich Böhmer (1795 - 1863), der 1829 mit dem Sammeln und Publizieren von Urkunden der deutschen Kaiser und Könige begann. Ursprünglich als Vorarbeiten zu den Volltexteditionen der Monumenta Germaniae Historica gedacht, entwickelten sich die Regesta Imperii zu einem selbständigen Grundlagenwerk, welches sich in der Mediävistik längst als unentbehrlich erwiesen hat.
Das Projekt ist seit 1906 an der Österreichischen Akademie der Wissenschaft beheimatet. 1939 wurde dort die "Kommission für die Neubearbeitung der Regesta Imperii" ins Leben gerufen, die wiederum 1967 die Gründung der "Deutschen Kommission für die Bearbeitung der Regesta Imperii e.V." anregte. Zunächst von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert, wurde sie 1980 der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz als Langzeitvorhaben angegliedert. Von hier aus werden Forschungsstellen in Gießen, Köln, Mainz, München, Saarbrücken, Tübingen und Erlangen organisiert. Insgesamt werden 15 wissenschaftliche Teilprojekte betreut.
Die Arbeitsstelle Papstregesten 844-911 (Sergius II. bis Sergius III.) ist seit November 1998 in Erlangen angesiedelt. In diesem Teilprojekt der Regesta Imperii geht es um die vollständige Erfassung des Quellenmaterials für die Papstgeschichte der späten Karolingerzeit und seine Aufbereitung in Form von Regesten für den gesamten Orbis Christianus. Dabei werden alle mit der Regierung und dem Wirken eines Papstes verbundene Ereignisse in chronologischer Reihenfolge mit Angaben zur Überlieferung und zur Auswertung in der Literatur in Regestenform dargestellt.
Bereits erschienen ist das erste von Prof. Dr. Klaus Herbers erarbeitete Faszikel für die Jahre 844 bis 858 (Sergius II., Leo IV. und Benedikt III.); ein zweites Faszikel 858-867 (Nikolaus I.) wird 2009 abgeschlossen, der folgende Pontifikat Hadrians II. (867-872) soll bald darauf folgen. Die Bearbeitung der Regesten Johannes' VIII. (872-882) wurde zunächst von Frau Dr. Dorothee Arnold, seit 2003 von Frau Dr. Sophia Meyer (geb. Seeger) besorgt und wird in absehbarer Zeit von Frau Veronika Unger abgeschlossen werden. Ein vierter Band zur Zeit 882-911 schließt das Projekt ab.
Die Papstregesten 800-844 (Leo III. bis Gregor IV.) werden im Anschluss an die Johannes-Regesten von Frau Veronika Unger vorbereitet werden.