Herausgeberschaft des Archivs für Kulturgeschichte
Archiv für Kulturgeschichte
Das Archiv für Kulturgeschichte verfolgt seit 1910 eine geistes- und kulturgeschichtliche Akzentuierung.
Jeder Band enthält Aufsätze zu allen historischen Epochen sowie ausgewählte Rezensionen.
Die in unregelmäßigen Abständen publizierten Beihefte zum AKG sind thematisch ebenso breit gefächert wie die Zeitschrift selbst.
Zur Historie des AKG sei auf die Jubiläumsausgabe (AKG, Heft 85,1/2003) verwiesen.
Das Archiv für Kulturgeschichte erscheint zweimal jährlich (Beihefte unregelmäßig) beim Böhlau-Verlag (ISSN 0003-9233).
Inhalt des aktuellen Bandes 93 (2011), Heft 1
JOHANNES THONHAUSER, Soziologie als Heilsversprechen.
Religionssoziologische Bemerkungen zur Ideen- und Theoriegeschichte
der frühen Soziologie
DIRK ROSE, "La Civilité Moderne" oder: Wie kam die ‚Krise'
in die ‚Zivilisation'?
HARRIET RUDOLPH, Hercules saxonicus. Über die Attraktivität eines antiken
Heros für die symbolische Absicherung einer fragilen Rangerhebung
ANDREA SCHINDLER, "... eine der vorzüglichsten Disziplinen der Literatur."
Der Literat Herbert Rosendorfer als Historiograph des Mittelalters
NADIR WEBER, Die Ordnung der Titel. Anredeformen und politische Kultur
in der frühneuzeitlichen Republik Bern
MANFRED LOSSAU, Zeus oder Wotan, Achill oder Siegfried.
Richard Wagners romantische Entscheidung
EBERHARD DEMM, "Sic volo sic jubilo". Das 25. Regierungsjubiläum
Wilhelms II. im Juni 1913
Vorschau auf kommende Bände:
SIMON GROTH, Kaisertum, Papsttum und italisches Königtum. Zur Entstehung eines
schwierigen Dreiecksverhältnisses
STEFAN HANSS, Eine Untersuchung auf Diskurse, symbolische Kommunikationsformen
und Inszenierungsstrategien. Eine "Türckhische[…] fahne[…]" in der
Neuburger Pfarrkirche St. Peter (1687)
WOLFGANG HASBERG, Mediävistik als Avantgarde. Kulturwissenschaftliche
Strömungen in der Geschichtswissenschaft der Weimarer Republik
OLAF HEIN und ROLF MADER, Zur schöpfungsmythologischen Frage mit
welchem jahreszeitlichen Anfang die Welt erschaffen worden sei. Eine Hommage
für den Evolutionsforscher Charles Darwin anläßlich seines 200. Geburtstages am
12. Februar 2009
JAN KEUPP und ROMEDIO SCHMITZ-ESSER, Mundus in gutta. Plädoyer für eine
Realienkunde in kulturhistorischer Perspektive
MATHIAS FRANC KLUGE, Die inneren Organe Ottos III. und ihr vergessenes Grab:
Herrschergedenken zwischen Bedeutungswandel und Überlieferungschance
HANNES MÖHRING, Die Renovatio Imperii Kaiser Ottos III. und die
Antichrist-Erwartung der Zeitgenossen an der Jahrtausendwende von 1000/1001
STEPHEN PIELHOFF, Gabe und Anerkennung. Mäzene in rheinischen und westfälischen
Städten des Kaiserreiches
CLAUS PRIESNER, Alchemie im Zeitalter der Aufklärung. Geheimgesellschaften und Adeptengeheimnisse
TOBIAS SARX, Zu den Ursprüngen des Begriffs ‚Volkskirche' um 1800
GUNTER SCHOLTZ, Diltheys "Problem der Religion"
PAUL TÖBELMANN, Imaginationen und Fiktionen des Adels im Mittelalter.
Eine Annäherung am Beispiel von König Artus' Tafelrunde
WOLFGANG TREUE, Aus dem Kloster hinaus in die Welt - zwei Mönche in der Zeit
des Dreißigjährigen Krieges
PETER WINZEN, Der erste politische Homosexualitätsskandal im Kaiserreich:
Friedrich Alfred Krupp (1854-1902)
Redaktion
Herausgeberschaft: Prof. Dr.
Klaus Herbers
in Verbindung mit K. Acham, G. Binding, E. Boshof, W. Brückner, K. Düwell, G. A. Lehmann, M. Schilling
Mitarbeit
Susann Günther (Aufsatzteil) und
Luise Laube (Rezensionsteil)
Kochstr. 4/BK 9
D - 91054 Erlangen
Tel.: +49-9131/85-22356
Fax: +49-9131/85-25891
E-Mail: akg@gesch.phil.uni-erlangen.de
Archiv
Inhaltsverzeichnisse der AKG-Bände bis 2007
ältere AKG-Bände bis 2005 bei DigiZeitschriften
Verzeichnis der Beihefte 1-53 (1951-2002)
Geschichte des Archivs für Kulturgeschichte
"Der Pulverdampf der 'Kämpfe um eine grundlegende Neuorientierung der Geschichtsschreibung im Sinne einer Kulturgeschichte' war noch nicht ganz verraucht" als im Jahre 1903 Georg Steinhausen den ersten Band seiner Zeitschrift ARCHIV FÜR KULTURGESCHICHTE herausgab.
Nach einigen Jahren der alleinigen Herausgabe versammelte Steinhausen 1910 einen zunächst elfköpfigen Kreis von namhaften Gelehrten der Geistes- und Geschichtswissenschaft - unter anderem Wilhelm Dilthey, Heinrich Finke und Aloys Schulte - um sich. Dieses Fachkolloquium verfolgte das Ziel einer verstärkt geistes- und kulturgeschichtlichen Akzentuierung bei der Herausgabe ihrer Zeitschrift.
Seit dem Jahre 1912 hatte der Historiker Walter Goetz neben Georg Steinhausen die Funktion als Herausgeber des AKG inne. Anders als Steinhausen vertrat Goetz die Ansicht, dass die politische Geschichte keinesfalls von der Kulturgeschichte zu trennen sei. Begebenheiten aber, die der Volkskunde oder des gesellschaftlichen und Sittenlebens angehören, sollen nicht mehr als Kulturgeschichte gewertet werden.
Seit dem Tod Steinhausens im Jahre 1933 war Walter Goetz alleiniger Herausgeber des AKG. Aufgrund der Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde die Publikation der Zeitschrift seit 1944 jedoch eingestellt. Erst sechs Jahre später erschien der 33. Band unter Mitarbeit von Herbert Grundmann und Fritz Wagner.
Eine grundlegende Neuerung trat nach Grundmanns Tod 1970 ein: In der Anlage der Zeitschrift wurde die Rubrik 'Literatur- und Forschungsberichte' durch die 'Kulturgeschichtliche Umschau' ersetzt, für die es einen Bearbeiter sowie einen Mitarbeiterkreis gab, zu dem auch der spätere Herausgeber Egon Boshof gehörte.
Der Mediävist Egon Boshof übergab sein Amt als Herausgeber des ARCHIVS FÜR KULTURGESCHICHTE im Jahre 2002 an den Erlanger Frühneuzeithistoriker Helmut Neuhaus. Bis zu seiner Emeritierung 2010 versammelte Neuhaus den österreichischen Soziologen Karl Acham, den Kunsthistoriker Günther Binding, den Volkskundler und Germanisten Wolfgang Brückner, den Neuzeithistoriker Kurt Düwell, den Althistoriker Gustav Adolf Lehmann, den Magdeburger Germanisten Michael Schilling und den früheren Herausgeber Egon Boshof als Mitherausgeber um sich.
Anfang des Jahres 2010 vertraute Helmut Neuhaus sein Amt dem Erlanger Mittelalterhistoriker Klaus Herbers an. Unter seiner Leitung wird die breite Ausrichtung des AKG fortgeführt und eine weitere Internationalisierung angestrebt.
Damals wie heute soll aus der Synthese verschiedenster Disziplinen wie etwa der Literatur-, Kunst-, Religions- und Wirtschaftsgeschichte mit den Geschichtswissenschaften die Gesamtkultur zu einem bestimmten historischen Zeitpunkt dargestellt werden. Diskutiert werden zunehmend Fragen der 'kulturalistischen Wende'.
Ebenso wird gegenwärtig weiterhin an der bewährten Struktur des AKG festgehalten. Somit erscheinen in jedem Band neben einer Reihe von Aufsätzen, die möglichst alle historischen Epochen umfassen, ausgewählte Rezensionen in der 'Kulturgeschichtlichen Umschau'. Die in unregelmäßigen Abständen publizierten Beihefte zum AKG sind thematisch ebenso breit gefächert wie die Zeitschrift selbst.
Für weitere Informationen zur Historie des AKG sei auf die Jubiläumsausgabe (AKG, Heft 85,1/2003) verwiesen.